Medizinisches Cannabis: Markt und Zahlen in Deutschland


Abstraktes aufsteigendes Balkendiagramm neben einem Apothekenglas mit Cannabisblüten als Symbol für den wachsenden Markt
Der Markt für medizinisches Cannabis in Deutschland wächst.[1]
Kurz erklärt

Medizinisches Cannabis gibt es in Deutschland seit 2017 auf Rezept. Seit der Gesetzesänderung 2024 – seitdem ist es kein Betäubungsmittel mehr – ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Mehr Praxen verschreiben, auch über Telemedizin, und die[1] Importmengen nahmen stark zu. Der Markt gilt als wachsend. Dieser Beitrag ordnet die Entwicklung ein (Stand: Juni 2026).

Vom Nischenmarkt zum Wachstumsfeld

Als 2017 das erste Gesetz zu „Cannabis als Medizin“ kam, war der Markt klein. Nur wenige Patientinnen und Patienten erhielten ein Rezept. Das hat sich geändert. Mit der Reform von 2024 wurde die Verordnung einfacher – medizinisches Cannabis ist seither kein Betäubungsmittel mehr.

Die Folge: Mehr Menschen fragen medizinisches Cannabis nach, und mehr Praxen verschreiben es. Wie der Weg zum Rezept abläuft, erklärt der Artikel zu medizinischem Cannabis. Hier geht es um die Marktentwicklung.

Die Entwicklung im Überblick

Die Infografik zeigt den groben Verlauf.

Infografik Markt für medizinisches Cannabis: seit 2017 auf Rezept, seit 2024 stark gestiegen
Abbildung 1: Seit 2017 verfügbar, seit 2024 mit deutlichem Wachstum.

Konkrete Zahlen schwanken je nach Quelle und Zeitraum. Klar ist die Richtung: Die verordneten und importierten Mengen sind nach 2024 deutlich gestiegen. Deutschland gilt heute als einer der größten Märkte für medizinisches Cannabis in Europa.

Was den Markt antreibt

Mehrere Faktoren wirken zusammen. Die Grafik fasst sie zusammen.

Treiber des Wachstums

Reform 2024kein BtM mehrTelemedizinOnline-Sprechstundenmehr PraxenverschreibenImportestark gestiegen

Abbildung 2: Einfachere Verordnung, Telemedizin und mehr Importe treiben den Markt.

Ein wichtiger Punkt ist die Telemedizin: Online-Sprechstunden machen den Zugang einfacher. Gleichzeitig kommt der größte Teil des medizinischen Cannabis aus dem Import, etwa aus Kanada und anderen Ländern mit etabliertem Anbau.

Chancen und offene Fragen

Ein wachsender Markt bringt Chancen, aber auch Fragen. Diskutiert werden etwa die Qualitätssicherung, die ärztliche Begleitung und die Abgrenzung zum Freizeit-Konsum. Auch die weitere Legalisierung könnte den Markt beeinflussen. Klar ist: Aus einer kleinen Nische ist ein ernstzunehmender Gesundheitsmarkt geworden.

Der Cannabismarkt in Zahlen

Der Cannabismarkt für medizinische Produkte wächst in Deutschland seit 2017 stetig. Nach der Reform 2024 ist die Marktgröße sprunghaft gestiegen: Der Umsatz mit importierten und im Inland produzierten Cannabisblüten hat sich vervielfacht. Der Vertrieb läuft ausschließlich über die Apotheke – Cannabis für medizinische Zwecke ist ein pharmazeutisch hergestellter Wirkstoff, kein Lifestyle-Produkt.

Getragen wird die Nachfrage von Menschen mit chronischen Schmerzen und anderen Erkrankungen, die eine therapeutische Therapie mit Cannabisprodukten suchen. Ob die Krankenkasse zahlt, hängt vom Einzelfall ab. Der Markt für Cannabis zu medizinischen Zwecken ist streng reguliert: Die regulatorischen Rahmenbedingungen (Anbaulizenzen, Qualitätskontrolle, Verschreibungsregeln) bestimmen, wer produzieren und liefern darf. Diese regulatorische Klarheit hat den legalen Cannabismarkt erst wachsen lassen.

Häufige Fragen zum Markt

Wo kann man am besten medizinisches Cannabis kaufen?

Ausschließlich in der Apotheke, auf ärztliche Verordnung. Ein freier Verkauf außerhalb der Apotheke ist nicht zulässig.

Wie wird medizinisches Cannabis verkauft?

Als pharmazeutisch geprüfte Cannabisblüten, Extrakte oder Kapseln – abgegeben über Apotheken nach Vorlage eines Rezepts.

Ist medizinisches Cannabis in Deutschland knapp?

Zeitweise gab es Lieferengpässe bei einzelnen Sorten. Durch mehr Importe und Inlandsanbau hat sich die Versorgung verbessert.

Kann Cannabis bei Fibromyalgie helfen?

Manche Betroffene berichten von Linderung der Schmerzen und besserem Schlaf. Die Studienlage ist begrenzt; der Einsatz erfolgt ärztlich begleitet.

Seit wann gibt es medizinisches Cannabis in Deutschland?

Auf Rezept seit 2017.

Warum wächst der Markt seit 2024?

Weil die Verordnung einfacher wurde: Medizinisches Cannabis ist seither kein Betäubungsmittel mehr.

Woher kommt das medizinische Cannabis?

Der größte Teil wird importiert, etwa aus Kanada und anderen Ländern mit etabliertem Anbau.

Welche Rolle spielt die Telemedizin?

Eine große. Online-Sprechstunden erleichtern den Zugang zum Rezept.

Ist Deutschland ein großer Markt?

Ja. Deutschland gilt als einer der größten Märkte für medizinisches Cannabis in Europa.

Gibt es genaue Zahlen?

Die Zahlen schwanken je nach Quelle. Eindeutig ist die steigende Tendenz nach 2024.

Beeinflusst die Legalisierung den medizinischen Markt?

Möglicherweise. Beide Bereiche sind getrennt, hängen aber politisch zusammen.

Referenzen und Quellen

  1. Schmidt-Wolf, G., Cremer-Schaeffer, P. (2019): „Zwischenauswertung der Begleiterhebung zur Verschreibung von Cannabisarzneimitteln in Deutschland (BfArM).“ Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 62(7), 845–854. PubMed · DOI a b
  2. Bundesministerium für Gesundheit (BMG): „Das Cannabisgesetz – Fragen und Antworten.“ bundesgesundheitsministerium.de


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.

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