
Beim Indoor-Anbau steuert das Licht die Entwicklung. In der Wachstumsphase bekommt die Pflanze viel Licht – meist 18 Stunden an, 6 aus (18/6). Um die Blüte auszulösen, stellt man auf 12 Stunden an, 12 aus (12/12) um. Die Dunkelphase muss wirklich dunkel sein. Autoflower sind die Ausnahme: Sie blühen ohne Umstellung.
Licht als Taktgeber
Cannabis orientiert sich am Licht. Lange Tage signalisieren „Wachsen“, kurze Tage „Blühen“. Beim Indoor-Anbau ahmt man das mit einer Zeitschaltuhr nach. So entscheidest du selbst, wann die Pflanze in die Blüte geht. Welche Technik du dafür brauchst, steht im Artikel zur Indoor-Ausrüstung.
Den gesamten Ablauf erklärt der Anfänger-Guide.
Lichtzyklen auf einen Blick
| Phase | Lichtzyklus |
|---|---|
| Wachstum (Vegetation) | 18 Stunden an / 6 aus |
| Blüte | 12 Stunden an / 12 aus |
| Autoflower | durchgehend 18–20 Stunden |
| Dunkelphase | komplett dunkel halten |
| Outdoor | die Natur gibt den Takt vor |
Von Wachstum zu Blüte
Die Umstellung von 18/6 auf 12/12 ist der entscheidende Schalter. Die Grafik zeigt ihn.[1]
Der Umschaltpunkt
Abbildung 1: Weniger Licht (12 Stunden) löst die Blüte aus.
Worauf du achten musst
In der Blütephase ist die Dunkelheit heilig. Schon Lichtlecks (etwa von einem Reißverschluss oder einem Standby-Lämpchen) können die Pflanze stören und zu Problemen führen. Halte die Zeiten mit einer Zeitschaltuhr exakt ein. Eine Ausnahme sind Autoflower: Sie blühen nach Alter und brauchen keine Umstellung – ihnen gibst du durchgehend viel Licht.
Der richtige Lichtzyklus für jede Phase
Cannabis ist eine photoperiodische Pflanze: Der Lichtzyklus steuert, wann sie blüht. In der vegetativen Phase gibt man der Cannabispflanze rund 18 Stunden Licht (Schema 18/6), um kräftiges, gesundes Wachstum zu fördern. Um die Blütezeit einzuleiten, stellt man den Lichtzyklus auf 12 Stunden um: 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Diese Änderung des Lichtzyklus signalisiert der photoperiodischen Cannabispflanze den nahenden Herbst – sie beginnt zu blühen. Wichtig beim Cannabisanbau: In der Dunkelphase muss es wirklich stockdunkel sein, sonst gerät der Lebenszyklus durcheinander.
Auch das Lichtspektrum spielt eine Rolle. Die vegetativen Phase profitiert von eher weißem Licht mit Blauanteil, die Blüte von mehr rotem Licht. Moderne LED-Lampen liefern ein volles Spektrum, das die Photosynthese über den ganzen Anbau von Cannabis hinweg antreibt. Für jeden Grower gilt: Wer den passenden Lichtzyklus und eine starke Beleuchtung kombiniert, legt die Basis für einen guten Ertrag bis zur Ernte.
Autoflowering: die große Ausnahme
Autoflowering Pflanzen funktionieren anders. Autoflowering Cannabis blüht nicht nach dem Lichtzyklus, sondern automatisch nach Alter – unabhängig davon, wie lange das Licht an ist. Deshalb kann man solche photoperiodische Sorten ablösen und Autos durchgehend mit 18 bis 20 Stunden Licht versorgen, um den Ertrag zu maximieren. Das macht den Cannabisanbau gerade für Einsteiger deutlich einfacher, weil das Umschalten entfällt. Wer dagegen klassische photoperiodische Pflanzen anbauen möchte, muss den Wechsel von 18/6 auf 12/12 bewusst steuern.
Lichtintensität und Spektrum feinjustieren
Neben der Dauer zählt die Lichtintensität: Zu wenig Licht führt zu dünnen Pflanzen, zu viel kann Anzeichen von Stress wie gebleichte Spitzen verursachen. Ziel ist genug, aber nicht maximal Licht für die verschiedenen Phasen. Beim Spektrum gilt die Faustregel: Blaues Licht (kühles weißes Licht) fördert das vegetative Wachstum, während rotes Licht die Blüte begünstigt – rotes Licht fördert die Bildung dichter Blütenstände. Da Cannabis eine photoperiodische Pflanze ist (mit Ausnahme der von Cannabis ruderalis abstammenden Autos), lohnt es sich, das Lichtspektrum an die Bedürfnisse der jeweiligen Phase anzupassen.
Schon ab der Keimung braucht der Sämling sanftes Licht; mit zunehmendem Alter darf es mehr Licht sein, um das allgemeine Wachstum und die Photosynthese zu fördern. Für die besten Ergebnisse beim Indoor-Anbau von Cannabis hilft es, mit Abstand und Intensität zu experimentieren – auch die Genetik der photoperiodischen Cannabispflanze spielt mit. So lässt sich genug Licht für die Photosynthese bereitstellen und die Pflanze sicher zur Blüte bringen.
Häufige Fragen zum Lichtzyklus
Welcher Lichtzyklus für die Blüte?
12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12). Dieser Wechsel leitet bei photoperiodischen Pflanzen die Blüte ein.
Wie viele Stunden Licht in der Wachstumsphase?
Üblich sind 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) für kräftiges vegetatives Wachstum.
Brauchen Autoflowering-Pflanzen 12/12?
Nein. Sie blühen altersabhängig und können durchgehend 18 bis 20 Stunden Licht bekommen.
Welches Lichtspektrum ist am besten?
Blau-/weißlastiges Licht für das Wachstum, mehr Rotanteil für die Blüte. Moderne LEDs liefern beides im Vollspektrum.
Was bedeutet 18/6?
18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit – der Zyklus für die Wachstumsphase.
Wann stelle ich auf 12/12 um?
Wenn die Pflanze groß genug ist und du die Blüte starten willst.
Warum löst 12/12 die Blüte aus?
Kürzere Tage signalisieren der Pflanze, dass der Herbst kommt.[1]
Muss es in der Dunkelphase ganz dunkel sein?
Ja. Lichtlecks können die Blüte stören.
Gilt das auch für Autoflower?
Nein. Autoflower blühen nach Alter und brauchen keine Umstellung.
Welcher Zyklus gilt outdoor?
Outdoor übernimmt die Natur: Im Spätsommer werden die Tage kürzer.
Wie halte ich die Zeiten ein?
Mit einer einfachen Zeitschaltuhr für die Lampe.
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