Cannabis in Deutschland, Österreich & der Schweiz: Der Rechtsvergleich


Tischflaggen von Deutschland, Österreich und der Schweiz neben einem Cannabisblatt – Symbolbild für den Rechtsvergleich
Cannabis-Recht im Vergleich: Deutschland, Österreich und die Schweiz gehen unterschiedliche Wege.
Kurz erklärt

In der DACH-Region gelten sehr unterschiedliche Regeln. Deutschland hat Cannabis 2024 für Erwachsene teilweise legalisiert (Besitz und Eigenanbau erlaubt). In[1] Österreich bleibt THC-Cannabis verboten, kleine Mengen werden aber meist nicht bestraft. Die[2] Schweiz verbietet Cannabis ab 1,0 % THC, ahndet kleine Mengen nur mit einer Ordnungsbuße und testet die geregelte Abgabe in Pilotprojekten.[3]

Drei Länder, drei Wege

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen nah beieinander. Beim Thema Cannabis gehen sie aber getrennte Wege. Wer reist oder in der Grenzregion lebt, sollte die Unterschiede kennen. Was im einen Land erlaubt ist, kann im anderen strafbar sein.

Dieser Artikel vergleicht die drei Länder in einfacher Form. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist immer das aktuelle Recht im jeweiligen Land (Stand: Juni 2026). Den deutschen Teil erklärt ausführlich unser Beitrag zum Cannabis-Gesetz 2024.

Cannabis in der DACH-Region im Vergleich

Punkt Deutschland Österreich Schweiz
Grundsatz teilweise legal (18+) verboten, oft straffrei bei Eigenbedarf verboten ab 1,0 % THC
Gesetz KCanG Suchtmittelgesetz (SMG) Betäubungsmittelgesetz (BetmG)
Besitz 25 g unterwegs / 50 g zuhause kleine Mengen meist ohne Strafe bis 10 g: nur Ordnungsbuße
Eigenanbau bis 3 Pflanzen erlaubt für THC-Gewinnung strafbar verboten (ab 1,0 % THC)
CBD erlaubt erlaubt (geringer THC-Gehalt) legal unter 1,0 % THC
Besonderheit Anbauvereinigungen „Gesundheit statt Strafe“ Pilotprojekte zur Abgabe

Der Status auf einen Blick

Die folgende Infografik fasst den rechtlichen Status der drei Länder zusammen.

Infografik Ländervergleich: Deutschland teilweise legalisiert, Österreich entkriminalisiert, Schweiz toleriert mit Pilotprojekten
Abbildung 1: Cannabis-Status im Vergleich von Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Deutschland: teilweise legal

Deutschland ist 2024 den weitesten Schritt gegangen. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren Cannabis besitzen und anbauen. Erlaubt sind 25 Gramm in der Öffentlichkeit, 50 Gramm zuhause und bis zu drei Pflanzen. Cannabis-Samen sind legal. Zusätzlich gibt es Anbauvereinigungen als gemeinschaftliche Quelle. Verkauf in Geschäften bleibt verboten.

Österreich: verboten, aber oft straffrei

In Österreich regelt das Suchtmittelgesetz den Umgang mit Cannabis. THC-haltiges Cannabis ist verboten. Wer aber nur eine kleine Menge für den Eigenbedarf besitzt, wird meist nicht bestraft. Stattdessen greift der Grundsatz „Gesundheit statt Strafe“: Es gibt oft eine gesundheitsbezogene Auflage statt einer Verurteilung.

Samen und junge Pflanzen (Stecklinge) sind erhältlich. Die Pflanze aber blühen zu lassen, um THC zu gewinnen, ist strafbar. Produkte mit sehr geringem THC-Gehalt (CBD) sind unter Auflagen erhältlich.

Schweiz: Bußgeld und Pilotprojekte

Die Schweiz zählt Cannabis ab einem THC-Gehalt von 1,0 Prozent zu den verbotenen Betäubungsmitteln. Wer bis zu 10 Gramm für den Eigenbedarf besitzt, bekommt aber nur eine Ordnungsbuße von 100 Franken. Produkte mit weniger als 1,0 Prozent THC – etwa viele CBD-Produkte – sind legal und werden offen verkauft.

Eine Besonderheit sind die Pilotprojekte. In mehreren Städten wird der geregelte, legale Verkauf an Erwachsene wissenschaftlich getestet. Die Schweiz sammelt damit Erfahrungen für eine mögliche künftige Reform.

Rechtlicher Kurs der drei Länder

verbotenlegalDEteil-legalATstraffrei (Eigenbedarf)CHBuße + Pilotprojekte

Abbildung 2: Wo die drei Länder auf dem Weg zwischen „verboten“ und „legal“ stehen.

Reisen mit Cannabis? Besser nicht

Auch wenn Cannabis in Deutschland erlaubt ist: Über die Grenze mitnehmen darf man es nicht. Der Import und Export von Cannabis ist verboten – auch innerhalb der DACH-Region. Wer mit Cannabis nach Österreich oder in die Schweiz fährt, macht sich strafbar. Im Zweifel gilt: Cannabis zuhause lassen.

Cannabis-Recht in Österreich und der Schweiz

Während Deutschland 2024 begann, Cannabis in kleinen Mengen zu legalisieren, gehen die Nachbarn andere Wege. In Österreich ist der Konsum von Cannabis selbst nicht direkt strafbar, der Besitz und Erwerb von Marihuana als Droge aber schon. Bei kleinen Mengen wird das Verfahren oft eingestellt, häufig mit Gesundheitsauflage – das „Therapie statt Strafe“-Prinzip gilt seit der Reform von 2016. Medizinisches Cannabis als Cannabisprodukt ist nur über eine ärztliche Verordnung erhältlich. Den Anbau von Cannabis bzw. der Cannabispflanze erlaubt Österreich nur, solange daraus kein Wirkstoff (THC) gewonnen wird – Stecklinge sind daher legal, das Ausreifen nicht.

Die Schweiz wiederum erlaubt CBD-Produkte mit niedrigem THC-Gehalt, während klassisches Cannabis verboten bleibt. Wer kleine Mengen (bis 10 Gramm) bei sich trägt, riskiert meist nur eine Ordnungsbuße. Seit 2021 wird über eine Legalisierung diskutiert, und seit 2023 testen Pilotprojekte die kontrollierte Abgabe von Cannabis. An Minderjährige ist die Weitergabe in allen drei Ländern streng verboten. Unterm Strich gilt: Keiner der drei DACH-Staaten hat Cannabis vollständig freigegeben – sie unterscheiden sich aber deutlich darin, wie sie den Konsum behandeln.

Häufige Fragen zum DACH-Vergleich

Ist der Besitz von Cannabis in Österreich strafbar?

Ja, Besitz und Erwerb sind grundsätzlich strafbar. Bei kleinen Mengen zum Eigenbedarf wird das Verfahren aber oft eingestellt, meist mit einer Gesundheitsauflage.

Ist Cannabis in der Schweiz erlaubt?

Klassisches Cannabis nicht. CBD-Produkte mit niedrigem THC-Gehalt sind legal; bei kleinen Mengen THC-Cannabis droht meist nur eine Ordnungsbuße.

Ist es in Österreich legal, Cannabis anzubauen?

Der Anbau der Pflanze ist erlaubt, solange daraus kein Suchtgift gewonnen wird. Stecklinge sind legal, das Ausreifen zur THC-Gewinnung nicht.

Ist Cannabis in Österreich in Trafiken legal?

Nur CBD-Produkte ohne berauschende Wirkung werden teils in Trafiken verkauft. Klassisches THC-Cannabis ist dort nicht legal erhältlich.

Ist Cannabis in Österreich legal?

Nein. THC-Cannabis ist verboten. Kleine Mengen für den Eigenbedarf werden aber meist nicht bestraft („Gesundheit statt Strafe“).

Ist Cannabis in der Schweiz legal?

Cannabis ab 1,0 Prozent THC ist verboten. Bis 10 Gramm Eigenbedarf gibt es nur eine Ordnungsbuße. CBD-Produkte unter 1,0 Prozent THC sind legal.

In welchem Land ist Cannabis am liberalsten geregelt?

In Deutschland. Dort dürfen Erwachsene seit 2024 Cannabis besitzen und anbauen.

Darf ich Cannabis von Deutschland in die Schweiz mitnehmen?

Nein. Der Transport über die Grenze ist verboten und strafbar – in beide Richtungen.

Was bedeutet „Gesundheit statt Strafe“?

Ein österreichischer Grundsatz: Bei geringen Mengen gibt es oft eine gesundheitsbezogene Auflage statt einer Strafe.

Sind CBD-Produkte überall erlaubt?

In allen drei Ländern sind Produkte mit sehr geringem THC-Gehalt unter bestimmten Bedingungen erhältlich. Die genauen Grenzwerte unterscheiden sich.

Gibt es in der Schweiz legalen Cannabis-Verkauf?

Nur im Rahmen wissenschaftlicher Pilotprojekte in einigen Städten. Einen allgemeinen freien Verkauf gibt es nicht.

Referenzen und Quellen

  1. European Union Drugs Agency (EUDA): „Germany – Drug laws and legal status.“ euda.europa.eu
  2. Suchtmittelgesetz (SMG), Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS). ris.bka.gv.at
  3. Betäubungsmittelgesetz (BetmG), Schweiz – Fedlex (SR 812.121); Pilotversuche nach Art. 8a. fedlex.admin.ch


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.

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