Nutzhanf: Die vielseitige Kulturpflanze und ihre Anwendungen


Industrielle Hanfprodukte: Hanfseil, Hanfstoff, Hanfpapier und rohe Hanffaser auf einer hellen Fläche
Aus Nutzhanf entstehen Textilien, Papier, Baustoffe und Lebensmittel.[1]
Kurz erklärt

Nutzhanf ist Hanf mit sehr geringem THC-Gehalt. Er macht nicht „high“, sondern ist ein vielseitiger Rohstoff. Aus ihm entstehen Textilien, Papier, Baustoffe und Lebensmittel. Hanf wächst schnell, braucht wenig Pflanzenschutz und gilt als nachhaltiger Rohstoff. Schon eine Pflanze liefert Fasern, Samen und Schäben (das holzige Innere).

Eine Pflanze, viele Rohstoffe

Wenn von Cannabis die Rede ist, denken viele an den Rausch. Dabei ist der größte Teil des Hanfs ein nüchterner Werkstoff. Nutzhanf (auch Industriehanf) enthält kaum THC. Er wird seit Jahrtausenden angebaut – für ganz praktische Zwecke. Wie lange das schon so ist, zeigt der Artikel zur Geschichte von Cannabis.

Das Besondere: Fast die ganze Pflanze ist nutzbar. Die Fasern, die Samen und sogar das holzige Innere finden Verwendung. Das macht Hanf zu einem effizienten Rohstoff.

Die wichtigsten Anwendungen

Vier große Bereiche stechen heraus. Die Infografik zeigt sie.

Infografik Nutzhanf-Anwendungen: Textilien, Papier, Baustoffe und Lebensmittel
Abbildung 1: Vier große Einsatzgebiete von Nutzhanf.
Bereich Beispiele
Textilien Stoffe, Seile, Taschen
Papier reißfestes, langlebiges Papier
Baustoffe Dämmung, Hanfkalk, Platten
Lebensmittel Hanfsamen, Hanföl (siehe Hanf in der Küche)
Weiteres Kosmetik, Biokunststoffe

Warum Hanf als nachhaltig gilt

Hanf hat einen guten Ruf als umweltfreundlicher Rohstoff. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Pluspunkte von Nutzhanf

schnellwächst raschrobustwenig PflanzenschutzCO₂bindet Kohlenstoffeffizientganze Pflanze nutzbar

Abbildung 2: Hanf wächst schnell, ist robust und lässt sich fast vollständig verwerten.[1]

Hanf wächst in wenigen Monaten zu mehreren Metern Höhe. Er ist robust und kommt oft mit wenig Pflanzenschutzmitteln aus. Während des Wachstums bindet er Kohlenstoff. Diese Eigenschaften machen ihn für viele Industrien wieder interessant.

Nutzhanf anbauen: vom Feld zur Faser

Nutzhanf anbauen hat in Europa lange Tradition. Als Kulturpflanze ist die Nutzpflanze Hanf robust und anspruchslos: Sie wächst auf vielen Boden-arten, verbessert die Fruchtfolge und braucht kaum Pflanzenschutz. Nach der Aussaat im Frühjahr bildet Faserhanf hohe Stängel, deren Fasern nach der Ernte zu Textilien, Dämmstoff oder Papier verarbeitet werden. Genau das macht den Hanfanbau zu einem echten Multitalent.

In Deutschland ist der Hanfanbau erlaubt, aber geregelt: Landwirte dürfen nur zertifizierte Hanfsorten mit sehr niedrigem THC-Gehalt anbauen und müssen eine Anbauanzeige für Nutzhanf bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) machen. So bleibt die Nutzpflanze klar vom Rauschhanf getrennt.

Inhaltsstoffe und Recht

Die Inhaltsstoffe von Nutzhanf unterscheiden ihn vom Rauschhanf. Sein Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) liegt unter der gesetzlichen Grenze, dafür kann er andere Cannabinoide wie CBD enthalten. Aus den Samen entstehen Öl und Protein, aus den Fasern Werkstoffe. So zeigt sich, warum Hanf als Nutzpflanze so vielseitig ist – fast jeder Teil der Pflanze lässt sich verwenden.

Häufige Fragen zu Nutzhanf

Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Nutzhanf?

Nutzhanf ist eine Hanfsorte mit sehr niedrigem THC-Gehalt, die nicht berauscht. „Hanf“ wird oft als Oberbegriff genutzt, auch für THC-reichen Rauschhanf.

Ist Nutzhanf legal?

Ja, der Anbau zertifizierter Sorten ist für Landwirte mit Anbauanzeige bei der BLE erlaubt. Produkte aus Nutzhanf sind frei verkäuflich.

Was versteht man unter Nutzhanf?

Hanf, der für Fasern, Samen und Inhaltsstoffe angebaut wird – nicht für den Rausch. Er liefert Rohstoffe für Textilien, Lebensmittel und Baustoffe.

Wie erkenne ich Nutzhanf?

Optisch kaum von anderem Hanf zu unterscheiden. Entscheidend ist die zertifizierte Sorte mit niedrigem THC-Gehalt, nicht das Aussehen.

Was ist Nutzhanf?

Hanf mit sehr geringem THC-Gehalt. Er macht nicht „high“ und dient als Rohstoff.

Wofür wird Nutzhanf verwendet?

Vor allem für Textilien, Papier, Baustoffe und Lebensmittel.

Macht Nutzhanf high?

Nein. Der THC-Gehalt ist zu gering für eine berauschende Wirkung.

Warum gilt Hanf als nachhaltig?

Er wächst schnell, braucht wenig Pflanzenschutz, bindet CO₂ und lässt sich fast vollständig verwerten.

Kann man aus Hanf bauen?

Ja. Hanfkalk und Hanfdämmung werden im ökologischen Bauen eingesetzt.

Ist Hanfpapier besser als normales Papier?

Hanffasern sind sehr reißfest und langlebig. Historisch wurde viel Papier aus Hanf gemacht.

Ist der Anbau von Nutzhanf erlaubt?

Der landwirtschaftliche Anbau von zugelassenem Nutzhanf ist unter Auflagen erlaubt, vor allem für Betriebe.

Referenzen und Quellen

  1. Andre, C. M., Hausman, J.-F., Guerriero, G. (2016): „Cannabis sativa: The Plant of the Thousand and One Molecules.“ Frontiers in Plant Science, 7, 19. PubMed · DOI a b
  2. Leonard, W., Zhang, P., Ying, D., Fang, Z. (2019): „Hempseed in food industry: Nutritional value, health benefits, and industrial applications.“ Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 19(1), 282–308. PubMed · DOI


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